Archive for February, 2010

Rezension zur Ausstellung Madness & Modernity

Madness & Modernity. Kunst und Wahn in Wien um 1900.

WienMusem Karlsplatz (21.01.2010 – 02.05.2010)

Künstler spezialisieren sich auf „psychologische Portraits“ oder inszenieren sich als „wahnsinnig“, AnstaltspatientInnen betätigen sich künstlerisch, Jugendstil-Architekten planen psychiatrische Kliniken und Mitglieder der Wiener Werkstätte entwerfen Interieurs für Sanatorien – alles Zufall oder Wien um 1900?

Diese Frage geht die Ausstellung „Madness & Modernity. Kunst und Wahn um 1900“ nach. Sie beleuchtet die Wechselwirkungen und Verschränkungen von Psychiatrie, Kunst und Alltagsleben, die – so die Annahme der Kuratorinnen – ein spezifisches Phänomen für Wien um 1900 darstellen. Konzipiert wurde die Schau 2009 für die Londoner Wellcome Collection, deren Ausstellungs- und Vortragsprogramm an der Schnittstelle von Medizin- und Kulturgeschichte anzusiedeln ist. Nach der Präsentation in London ist die Ausstellung nun in Wien zu sehen. Die Schau sowie der dazu erschienene Katalog sind das Ergebnis eines vierjährigen Forschungsprojekts, das am Birkbeck College und an der University of Plymouth angesiedelt war und das die „wechselseitige Beeinflussung von Psychiatrie und bildender Kunst in Wien und der k.u.k. Monarchie in der Zeit von 1890 bis 1914“[1] in den Fokus nahm. Kuratiert wurde die Ausstellung von den Kunsthistorikerinnen Gemma Blackshaw und Leslie Topp.

Die in sechs thematische Bereiche gegliederte Ausstellung geht dem stets ambivalenten Verhältnis von Kunst und geistiger Devianz zwischen Abstoßung und Faszination nach und setzt dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Das weite Thema wird durch drei, in unterschiedlichen Epochen wirkenden, sich aber alle auf den Umgang mit psychischen Erkrankungen im 18. Jahrhundert beziehende Exponate eingeleitet: ein Modell des Narrenturms, der 1784 als erste Institution in Wien für psychisch Kranke errichtet wurde, die um 1900 wiederentdeckten Charakterköpfe des Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt (1737-1783) sowie eine Videoarbeit aus dem Jahr 2006 von David Bickerstaff, die durch die Gänge des berühmten Rundbaus führt.

Der zweite Bereich der Ausstellung widmet sich der modernen Anstaltsarchitektur der Jahrhundertwende, die in der Umgebung Wiens – so zeigen die Beispiele der Niederösterreichischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof sowie des Sanatoriums Purkersdorf – vom Jugendstil geprägt war. Die um 1907 eröffnete und zu dieser Zeit europaweit größte Anstalt Am Steinhof ist als ein gelungenes Beispiel dafür zu nennen, was zeitgenössische Planer einst `psychiatrische Polytechnik´ nannten. Gemäß dieser ermöglichte erst die Zusammenarbeit von Künstlern, Architekten und – wie es zu diesem Zeitpunkt noch hieß – `Irrenärzten´ die Konzeption eines solchen Großprojektes, dessen Hintergrund darin zu sehen ist, dass der stationäre Aufenthalt als therapeutische Maßnahme an sich galt. Die Ausstellung fokussiert mit Werbeplakaten und Aquarellen spezifischer Räumlichkeiten jenen Teil der vom Jugendstil-Architekten Otto Wagner (1841-1918) entworfenen Anstalt, der für wohlhabende PatientInnen konzipiert worden war: das Sanatorium. Offen bleibt hier die Frage nach der Wirkung der architektonischen Gestaltung vor allem für jene PatientInnen, die seitens der Behörden eingewiesen wurden – denn der Glanz der Anstalt, so evoziert die ausgestellte Türe einer Isolationszelle, richtete sich wohl überwiegend auf die PrivatpatientInnen bzw. auf die BetrachterInnen von außen.

Mindestens ebenso prestigeträchtig ist das wohl als Gesamtkunstwerk anzusehende Sanatorium Purkersdorf, das 1904/1905 von Joseph Hoffmann (1870-1956) – Mitbegründer der Wiener Secession – neu gestaltet wurde. Exponate wie Stühle, Lampen oder moderne Trainingsgeräte zeigen eindrucksvoll, dass die künstlerische Ästhetik bis ins kleinste Detail Einzug in den Sanatoriumsalltag fand.

Sigmund Freud (1856-1939) – dessen berühmte Couch als Leihgabe des Londoner Freud-Museums ausgestellt ist – markiert einen Wechsel im Krankheitsspektrum: Seine psychoanalytische Methode eröffnete gänzlich neue Zugänge im Umgang mit psychischer `Abnormität´. In der Ausstellung wird dies als Moment in den Blick genommen, wo zwischen Kunst und `Wahn´ ein wechselseitiges Interesse Raum greifen konnte. Mit Exponaten wie Egon Schieles (1890-1918) Selbstportraits oder den ‚psychologischen Portraits’ von Oskar Kokoschka (1886-1980) und Max Oppenheimer (1885-1954) wird veranschaulicht, welchen Einfluss der diagnostische Blick, wie er sich unter anderem in der Psychiatriefotografie visuell manifestierte, auf die künstlerische Bildsprache ausübte. Doch nicht nur Künstler der Jahrhundertwende ließen sich von psychiatrischen Forschungen inspirieren – auch PsychiatriepatientInnen betätigten sich künstlerisch. Dass ihre Beschäftigungen um 1900 vermehrt Aufmerksamkeit von Seiten der Ärzte erhielten, wird im letzten Bereich der Ausstellung deutlich. Hier findet sich eine Collage aus Zeitungspapier von Frau St., Patientin der Privatanstalt Oberdöbling, sowie Aquarell- und Gouachebilder von Josef Karl Rädler, der in Mauer-Öhling untergebracht war.

So reduziert die Ausstellung in der Auswahl ihrer Exponate auch ist, so stringent ist der Weg, den sie beleuchtet. Dennoch ist dem kuratorischen Konzept anzumerken, dass dasselbe auf den Endergebnissen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts basiert – an manchen Stellen hätte man sich einen kreativeren kuratorischen Blick gewünscht, der die Exponate nicht nur zum Illustrieren oder Visualisieren bestimmter Forschungsthematiken nutzt. Besser zu verstehen und komplexer wird die Ausstellung erst unter Bezugnahme auf den im Christian Brandstätter Verlag erschienen Katalog, wo beispielsweise auch auf Kontexte der Thematik in der zeitgenössischen Literatur aufmerksam gemacht wird.


[1] Gemma Backshaw/Leslie Topp, Einleitung. In: Dieselben (Hg.), Madness & Modernity. Kunst und Wahn in Wien um 1900. Wien 2009. S. 8-15, 13.

Monika Ankele, Sophie Ledebur


Review – La méthode Coué

For decades, the shifts on the field of psychotherapy have produced an ever sharper historical demarcation of ‘the’ discipline of psychology. Whereas the rising hegemony of psychoanalysis during the Trente Glorieuses has produced a hegemonic understanding of the history of Freudian therapy, the so-called ‘guerre des psys’ during the 1990s has only further stressed the perceived antagonisms between psychoanalysis on the one hand and cognitive and behaviorist psychologies on the other. At the same time, however, historians of psychology have been questioning the firmness of these boundaries. Ever more, mutually exclusive categories have been analyzed as historical constructs, inherent to the making of scientific discipline. Even if the American historian Frank Sulloway often figures as the most radical proponent of this deconstruction, his provocative Freud, Biologist of the Mind. Beyond the Psychoanalytic Legend (New York 1979) represents only one out of many attempts to lay bare the merely undefined character of key concepts such as the ‘unconscious’ during the first decades of the twentieth century. What was to become a war zone of theory, has once been a field of intense interaction between such different driving forces as Naturphilosophie, experimental science, medicine, religion and even esotericism.
Hervé Guillemain, in a well documented and imaginative account on the French therapist Émile Coué (1857-1926), lays bare a similar framework of interwoven ‘psychological’ tendencies at the beginning of the century. After having studied the two way traffic between religious healing practices and medico-psychological practices in his powerful doctoral thesis Diriger les consciences, guérir les âmes. Une histoire comparée des pratiques thérapeutiques et religieuses, 1830-1939 (Paris 2006), the French historian of psychology has turned to the ‘unidentified historical debris’ of the méthode Coué and its mantra-like recipes of ‘conscious autosuggestion’. Formulas of the sort “Every day, in every way, I’m getting better and better” are traced back to the historical reality of Coué’s therapeutic practice and to the contemporary cliché in which ‘Coué’ figures as a metaphor for the ridicule of exaggerated voluntarism (esp. in France). In Guillemain’s account, the development of Coué method is carefully reconstructed from Coués interferences with the famous Ecole de Nancy (and especially with Ambroise-Auguste Liébeault) before and during the First World War, to the remarkable Anglo-Saxon success of the therapy during the 1920s, the complex struggle for Coué’s legacy during the 1930s and the rapid eclipse of the Coué ‘school’ after the Second World War.
Quite convincingly, Guillemain demonstrates to what extent the contemporary ‘unidentified’ (and ridicule) character of the Coué method reflects its simultaneous tributary to fields that have become completely antagonistic in the course of the century. Guillemain lays bare, for example, Coué’s careful distancing towards the practices of magnetism, hypnosis and suggestion in which his method was nevertheless firmly rooted. Coué took refuge in a ‘conscious’ and ‘client-driven’ approach at a time when the perceived unhealthy authority of hypnotic healers was put under increasing religious and medical scrutiny. In a similar manner, Guillemain discusses the specific representation of the ‘unconscious’ that was put forward by Coué. Although this kind of purely reactive, reassuring and joyful ‘unconsious’ was clearly distanced – both by Coué and Freud himself – from psychoanalysis, many patients as well as some psychoanalyst practitioners nevertheless preferred it above the ‘demonic’ Freudian unconscious.
Whereas Guillemain discusses this disciplinary interweaving as well as the religious connotations of ‘Couéism’ with great care, its socio-political context is touched upon more superficially. Although the implicit presentation of ‘Couéism’ as a Totem of the ‘return to normality’ in the veteran cultures, the urban consumerist and professional cultures of postwar society may look sound, some readers might like to learn more about the specific gendering of the Coué movement. The attested prominence of female assistants around Coué suggests smooth integration at a time when the psychological ‘profession’ yet proved highly inaccessible for female students. It remains unclear, however, in what manner these women figured as idols of religious servility or as New Women who took advantage of the ‘method’ in their urban lives and at the office. Again, ‘La méthode Coué’, functions as a crowbar to resist easy though a-historical categorization. It is clear that Guillemain has opened up much more than a seemingly ‘insignificant object’.

Evert Peeters, SOMA

Hervé Guillemain, La méthode Coué : histoire d’une pratique de guérison au XXe siècle (Paris: Seuil, 2010).  978-2020993425, 21 €.

La revue Pratiques sur l’enfermement

The French journal Pratiques publishes an extensive analysis of the confinement’s strategies in psychiatry and prisons. Articles have been written among others by the sociologist Loïc Wacquant and the philosopher Alain Brossat.

The website of the journal is here.

The summary of this edition is here.

Review – L’asile aux fous

La publication de photos du psychiatre français Roger Camar est l’occasion pour une équipe dirigée par Philippe Artières et Jean-François Laé de nous livrer quelques réflexions sur la psychiatrie au 20e siècle.

Roger Camar, entre autres élève de Paul Sivadon, photographie pendant sa carrière les hôpitaux dans lesquels il travaille et les gens qui y vivent. Deux enveloppes, une intitulée “Perret-Vaucluse” l’autre “Tunisie” ont été conservées. Une trentaine de clichés se retrouvent publiés dans ce très bel ouvrage.

Les articles qui constituent la deuxième partie du livre, contextualisent les photos touchantes. Jean-Christophe Coffin nous décrit la psychiatrie postcoloniale. Mario Colucci nous dresse l’histoire d’un lieu – Gorizia – qui va marquer Camar par son côté symbolique: en effet Gorizia est le lieu de départ de l’antipsychiatrie italienne. Philippe Artières souligne, en s’intéressant à la prise d’image extrêmement normée dans les hôpitaux psychiatriques, combien ces photos de Roger Camar sont exceptionnelles: contrairement aux clichés bien connus qui montrent l’ordre rétabli grâce à l’hôpital ces photos-ci donnent un accès aux conditions de vie souvent déplorables et chaotiques des asiles dans les années 1950. Finalement Jean-François Laé publie une très belle réflexion sur le lit comme dispositif de l’institution totale. En partant des nombreuses photos qui montrent le lit dans l’institution, il montre toute l’utilité à s’intéresser de plus près à la matérialité de ces éléments quotidiens qui constituent un hôpital. 

Benoît Majerus

Philippe Artières and Jean-François Laé, eds., L’asile aux fous. Photographies de Roger Camar (Paris: Presses Universitaires de Vincennes, 2009), 978-2842922306, 18 €

Anne Cottebrune on Franz Josef Kallmann

In the latest number of the German journal Medizinhistorisches Journal, Anne Cottebrune publishes an article on the trajectory of Franz Josef Kallmann who was one of the founding fathers of psychiatric genetics.

“The founding of the German Research Institute for Psychiatry and its Genealogic-Demographic Department (Genealogisch-Demographische Abteilung; GDA) in 1918 gave the world the first institutional platform for the field of psychiatric genetics. The years between the two World Wars saw the GDA grow in importance with much international respect. The close collaboration between the GDA’s protagonist Ernst Rüdin and the National Socialist regime was certainly not an inhibiting factor for the worldwide recognition of the eugenic research conducted in Munich. Around the mid-1930s, the German psychiatrist émigré Franz Josef Kallmann brought the field of study which had been put into practice in Munich to the United States. He fought an uphill battle to be accepted by the North American scientific community, but finally he was able to establish himself as the main researcher in the field of psychiatric genetics. Interestingly enough, the fact that his kind of research had been heavily supported by the National Socialist regime was not a barrier to his acceptance. The fact that it took him a long time to establish the field of eugenics in the USA is better explained by the psychoanalytic research methods at the time, which gave hereditary transmission short shrift. At the New York State Psychiatric Institute he was able to continue his research, including the examination of race-hygienic motifs, where he designed a research program that was directly based on concepts and methods from Ernst Rüdin’s team of researchers in Munich. The only deviation from the original research was in terms of the use of eugenic prophylaxis where he aligned his research in the context of North American democracy in the post-war era. However, the eugenic goal of elimination of certain categories of peoples remained unchanged.”

This summary and more can be found here.

Interview: Eghigian on the History of Madness

As mentioned in an earlier post, Greg Eghigian has just published From Madness to Mental Health:  Psychiatric Disorder and its Treatment in Western Civilization (Rutgers University Press).  It is an edited collection of documents covering the history of madness and mental illness from ancient times to the present.  You can now hear a podcast interview with him about the book. Just click here

Transsexualisme et psychiatrisation


Deux points nodaux entourent la déclaration politique de Roselyne Bachelot, ministre de la Santé, sur une éventuelle dépsychiatrisation via sa sortie des « affections de longue durée » de la classification de la Sécurité sociale ? L’une concerne le statut médico-légal de la psychiatrie (en quoi la psychiatrie est-elle compétente ?) et le statut de « maladie mentale » apte à distinguer le sain du pathologique, le « normal » de « l’anormal ». Dépsychiatrisation ou déclassification administrative de la prise en charge ? Comment vont être régulées les transitions médico-chirurgicales et juridiques ? Que « dépsychiatrise-t-on » derrière cette déclassification, s’interroge la communauté trans ? En question, le statut des liens entre médicalité et légalité et la contestation de terrain soulevant la « psychiatrisation des différences » sur le mode de l’inégalité des « sexes sociaux » et l’ethnicisation majorité/minorité d’une partie de la population dans une démocratie moderne. Plus largement, le débat d’idées sur le terrain des identités sexuelles concurrencées conceptuellement par les « identités de genre » décrit dans la déclaration des principes de Jogjakarta[1] et plus récemment le rapport de Thomas Hammerberg[2] reliant le fait universel « trans » aux droits universaux de l’Homme.

Historiquement et depuis les travaux de Harry Benjamin en 1953 distinguant homosexualité et transsexualisme à la version IV du DSM remplaçant  « trouble mental » par « trouble de l’identité de genre », la définition n’a cessé de dédiagnostiquer le « sujet mental » en « sujet social ». Tout se passe comme si, rendu visible, il se défaisait  du cadre qui l’avait constitué en le plaçant dans une aporie conceptuelle hésitant entre soins et mutilation, délire et énigme et constituant le différent en Autre, premier pas vers une « affection » non constituée cliniquement. Le cadre « psychiatrique » semble désormais brûler la délégation politique à l’instance psychiatrique chargée de son contrôle au cas par cas. De psychiatrique, l’objet n’en a que le nom de l’instance et la forme de son contrôle via un protocole dont le seul rôle est le contrôle de la conception de la « différence des sexes » régulatrice d’un type de société. Retour sur un historique que propose Karine Espineira[3] :

En 1953, le Dr Harry Benjamin[4] décrit le transsexualisme comme une entité nosographique qui n’est ni une perversion, ni une homosexualité : « Le transsexualisme est le sentiment d’appartenir au sexe opposé et le désir corrélatif d’une transformation corporelle ». En 1968, Robert Stoller définit à son tour le transsexualisme comme « la conviction d’un sujet biologiquement normal d’appartenir à l’autre sexe ; chez l’adulte, cette croyance s’accompagne, de nos jours, de demandes d’interventions chirurgicale et endocrinienne pour modifier l’apparence anatomique dans le sens de l’autre sexe »[5].

En 1982, René Küss donne cette définition[6] : « Sentiment profond et inébranlable d’appartenir au sexe opposé, malgré une conformation sans ambiguïté en rapport avec le sexe chromosomique et besoin intense et constant de changer de sexe et d’état civil ». En 1984, le DSM-IIIR classe le transsexualisme dans les troubles de l’identité sexuelle[7].

En 1987, Charles Frohwirth, Jacques Breton et A. Gorceix  reprécisent[8] : « Le transsexualisme est une affection mentale rare qui consiste, chez un sujet normalement constitué, en la conviction d’appartenir au sexe opposé. Cette conviction est précoce, permanente et inébranlable.

Les définitions posent toutes le « sujet trans » dans ce rapport à la binarité biosociale que recoupe les Descriptions cliniques et directives pour le diagnostic[9] dont les concepts sont empruntés aux discours pathologisant l’homosexualité. Ainsi, « l’inversion de l’identité sexuelle » devient-elle un « trouble de l’identité sexuelle ». Notons également que le point A soutient/produit la définition B : A. Identification intense et persistante à l’autre sexe ; B. Sentiment persistant d’inconfort par rapport à son sexe ou sentiment d’inadéquation par rapport à l’identité de rôle correspondante. Ce qui est socialement exact, lié à une tradition historique, va devenir cliniquement exact, non lié à une tradition et une société, ce que démentent l’anthropologie et la recherche de terrain par les collectifs et les chercheurs-euses. En France, le début du contrôle est historiquement lié au mariage de Coccinelle et non par le nombre de demande ou l’inefficacité des suivis se réduisant à une réaffirmation du « modèle de société ». Les attendus de la psychiatrie manquent totalement. Répondre à cette demande oblige donc à constituer des dès lors que le « fait trans » devient socialement visible. L’étude du Président Scherber par S. Freud va devenir ainsi, ce cas princeps après coup que va compléter Lacan. Dès lors, les définitions vont se succéder mais toutes empruntent à une pathologisation du sujet.

Les modalités de la prise en charge suivent fidèlement la crispation qui perdure dans cette hésitation entre « valider un délire » ou répondre pragmatiquement dans le sens du modèle « binaire » de société qui vient constituer en creux un sujet non-sujet. A partir des années 80, on opère en France mais elles sont strictement cadrées par la règle d’indisponibilité de l’état de la personne instituée en loi juridique et sociosymbolique et non par un cadre médical. Le « légal » d’une norme surplombante vaut pour diagnostic non du transsexualisme (de l’aveu des psychiatres, il est toujours cette « énigme ») mais du cadre de contrôle. Outre la totale dépendance à un psychiatre composant sa « compétence » en décidant qui est qui, triant transsexes et transgenres sur quelques critères, les opérations sont régulièrement ratées, les chirurgiens déclarant qu’ils « sont sous le coup de la loi » et la législation « mise devant le fait accompli ». Les trans, une patate brûlante ? En terme pratique, le chiffre de quelques personnes opérées par an, cadre en fait l’exercice dans la décennie 80’. On maintient les personnes trans dans un isolement, social comme conceptuel, que même l’intégration dans le nouveau genre peine à asseoir la reconstruction psychosociale d’où le chômage récurrent. Le sujet trans doit rester une exception silencieuse sans recours que va partiellement rompre la condamnation de la France par la cour européenne en 1992 lui enjoignant une solution administrative au problème des papiers d’identité. Les valeurs associées à des formes d’identités historiquement datées et institués en sont l’enjeu d’un débat politique et non un débat scientifique et philosophique.

Une telle décision est une décision de société et non une (simple) décision politique. La dépsychiatrisation prend le sens d’un changement de société et un exemple parmi d’autre des savoirs queers reformulant ces formes et instillant ce « trouble » dans l’ordre des genres alignés sur la croyance de la différence fondatrice des sexes . La France est le premier pays au monde à sortir le transsexualisme de la liste des affections psychiatriques ? Elle va devoir revenir sur tous les discours, thèses, théories qui ont composé une opprobre culturelle de fond telle que la HALDE (Haute Autorité de Lutte contre les Discriminations et pour l’Egalité) hésite encore et toujours à prendre parti et faire de la transphobie un crime comme l’homophobie, le racisme et le sexisme.

Maud-Yeuse Thomas

chercheuse indépendante

http://natamauve.free.fr

fondatrice de Sans Contrefaçon avec Karine Espineira


[1] http://www.yogyakartaprinciples.org.

[2] http://europe-liberte-securite-justice.org/2009/07/30/les-droits-fondamentaux-des-personnes-transgenres-doivent-etre-respectes-thomas-hammarberg-commissaire-aux-droits-de-l’homme-du-conseil-de-l’europe/

[3] Karine Espineira, La transidentité. De l’espace médiatique à l’espace public, Ed. L’Harmattan, 2008.

[4] Benjamin, H. Transvestism and transsexualism. Int. J. Sex. 1953.

[5] Stoller R.J. Recherches sur l’identité sexuelle à partir du transsexualisme, Gallimard, 1978. Collection : connaissance de l’inconscient, p. 406. La version anglaise date de 1968.

[6] Küss R. Rapport de la séance du 29 juin 1982.

[7] DSM IIIR, Washington DC, 1984, Paris, Milan, Barcelone, Masson, 1996, pp. 74-77.

[8] OMS, (1993b), F64.x Troubles de l’identité sexuelle, in CIM-10 / ICD-10 Classification internationale des troubles mentaux et des troubles du comportement. Descriptions cliniques et directives pour le diagnostic, Genève, Paris, Masson, p. 123.

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