Exhibition: Extraordinaire! Unbekannte Werke aus psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz um 1900

Die Ausstellung «Extraordinaire! Unbekannte Werke aus psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz um 1900» ist – nach der Station in der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg – nun im Kunstmuseum Thun zu sehen, und zwar vom 9. Februar bis am 19. Mai 2019.

The Vernissage of this exhibition takes place on the 8 of February (18h30) at the Kunstmuseum Thun. You can find more detailed information about the opening of the exhibition and the activities that are organised in the flyer that you can download here: Medieninformation_Extra_Ida.

“Die Ausstellung Extraordinaire! gibt mit einer Vielzahl an Exponaten erstmals Einblicke ins Kunstschaffen von Patientinnen und Patienten aus psychiatrischen Institutionen in der Schweiz um 1900. Künstlerisches Schaffen im psychiatrischen Kontext stösst zunehmend auf öffentliches Interesse, ist aber erst wenig erforscht. In einem einzigartigen Forschungsprojekt an der Zürcher Hochschule der Künste wurden von 2006 bis 2014 Krankenakten und historische Sammlungen von 22 kantonalen Anstalten nach Patientenakten durchsucht. In einer Bilddatenbank konnten so über 5000 zumeist unbekannte Arbeiten erfasst werden. Eine Auswahl daraus ist nun erstmals in einer Ausstellung in der Schweiz zu sehen, die Einblicke in dieses ungewöhnliche Kunstschaffen gibt. Patientinnen und Patienten schufen ihre Werke mit Hingabe und mit grosser technischer sowie künstlerischer Kompetenz. Sie verstanden sie als Beitrag zum öffentlichen Leben, als Erfindung oder Ausdruck ihrer Gedanken, als Kritik an der Anstalt oder Bereicherung im eintönigen Alltag. Ihre Kunst ist von Aushandlungen darüber geprägt, was als „nicht normal” galt und von ihrem Ausschluss aus der Öffentlichkeit. In der Ausstellung kommen diese Künstlerinnen und Künstler durch ihre Werke zu Wort. Die Ausstellung ist anschliessend vom 7.Juni bis 18.August 2019 im LENTOS Kunstmuseum in Linz zu sehen. 

Parallel zu Extraordinaire! widmet das Kunstmuseum Thun der amerikanischen Künstlerin lda Applebroog (*1929 in New York) die erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz. Zum einen ist die Werkserie Mercy Hospital (1969) zu sehen. Es sind Zeichnungen in einem Skizzenbuch zusammengetragen, die sie anlässlich ihres Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik, 1969-70, realisierte. Erst Jahre später wurden sie 2009 von einem ihrem Assistenten zufällig auf einem Dachboden wiederentdeckt. Die Bilder des vergessenen Skizzenbuchs geben einen intimen Einblick in Applebroogs Kampf mit Depressionen während ihres sechswöchigen Aufenthalts in der Klinik in San Diego. Zum anderen werden erstmals Bilder und Objekte der neuen Werkserie Angry Birds of America (2018) gezeigt, die eine brandaktuelle, hochpolitische Komponente in sich tragen. Applebroog liebt Vögel, malte und gestaltete Vögel aus Gips, wie sie in Büchern über Vogelkunde zu finden sind. Sie nannte sie «Angry Birds of America». Dieser Titel ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie realisierte, dass sie sich mitten in der Trump-Ära befand. Da war viel Wut, viel Zorn, nicht nur bei ihr, in ganz Amerika. Applebroog fühlte sich, als lebe sie in einer Welt, in der wir alle wütend, zornig, ja verrückt sind. Ihre Werke befinden sich u.a. in Sammlungen vom Whitney Museum of American Art, New York NY, The Metropolitan Museum of Art, New York NY, The Solomon R. Guggenheim Museum, New York NY, und the Museum of Modern Art, New York NY”.

 

 

 

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