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Tagungsbericht “Wahnsinn & Methode. Notieren, Ordnen, Schreiben in der Psychiatrie”

Alte AktenWahnsinn und Methode. Notieren, Ordnen, Schreiben in der Psychiatrie

Tagungsbericht (Programm und Ankündigung auf H Soz Kult)

Im Rahmen des DFG-Forschungsprojektes „Kulturen des Wahnsinns. Schwellenphänomene der urbanen Moderne (1870-1930)“ kamen vom 21.-23. März 2013 Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche zusammen, um sich inmitten in der Lübecker Altstadt, im Hörsaal des Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung (IMGWF) in der Königsstraße, den methodischen Aspekten des Notierens, Ordnens und Schreibens innerhalb der Psychiatriegeschichte zu widmen. Diese alltäglichen klinischen Verfahren strukturieren seit der Einführung der patientenbezogenen Dokumentation im 19. Jahrhundert den Klinik-Alltag und wuchsen seit Beginn der institutionalisierten Psychiatrie zu einem komplexen und von der Verwaltung eigenständigen Aufschreibsystem heran, das nicht nur die Krankenakte (als seinem Kernstück), sondern auch Stations-, Medikations-, Labor-, Diagnose und Gutachtenbücher der Kliniken umfasst. Auch die Funktion des Systems veränderte sich im Laufe der Zeit. Der bürokratische und juristische Zweck der Anfangszeit wurde durch eine politische und medizinisch-szientistische Nutzung ergänzt.

Dreizehn BeiträgerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (die im Programm angekündigten Vorträge von Birgit Stammberger und Hubert Thüring mussten leider ausfallen) stellten in vier Sektionen Teilaspekte des psychiatrischen Aufschreibesystems dar. Ihre Spezifizität ergab sich meist aufgrund einer Anpassung an unterschiedliche Krankheitsbilder und/oder Behandlungsmethoden oder durch theoretische Neuerungen psychiatrischen Wissens. Die Fragerichtungen und Schwerpunkte der vier Sektionen wurden von den Veranstaltern, Prof. Dr. Cornelius Borck, dem Leiter des IMGWF und Prof. Dr. Armin Schäfer, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Geschichte der Medienkulturen an der Fernuniversität Hagen, in einem einleitenden Vortrag vorgestellt.

Die erste Sektion mit dem Titel „Aufschreibesysteme und Diskurse“ war demnach den Eigenarten des psychiatrischen Aufschreibesystems im Vergleich zu anderen Systemen gewidmet, zielte also auf die Beantwortung der Frage ab, inwieweit die Besonderheit der psychiatrischen Beobachtung das Notieren und Schreiben in spezifischer Art beeinflusste. Im Zentrum von Sektion II („Beobachtungen, Aufzeichnungen, Schreibformen“) standen die Spannungen und Probleme, die sich innerhalb des psychiatrischen Aufschreibesystems ergeben können, wie zum Beispiel durch seine Aneignung durch die Patienten. In „Feldforschung und Fallstudien“, der dritten Sektion des Workshops sollten die epistemischen Dynamiken, sprich die Produktivität des psychiatrischen Aufschreibesystems Betrachtung finden, wie sie zum Beispiel in der Medikalisierung von abnormalen Verhalten zu beobachten ist. Sektion IV („Wiedergabe und Widerstand“) wurde schließlich von der Leitfrage dominiert, inwieweit die Methode selbst im System reflektiert wird. Eine mögliche Selbstreferentialität stand also im Mittelpunkt dieses letzten Teils der Tagung. Die Diskussionsleitung innerhalb der vier Sektionen wurde von Thomas Beddies, Alexa Geisthövel, Rainer Herrn und Katja Günther übernommen.

Als besonders gewinnbringend stellte sich dabei heraus, dass sich trotz des beabsichtigten fachübergreifenden Ansatzes – psychiatrie- und medizingeschichtliche Perspektiven sollten mit medien- und kulturwissenschaftliche Ansätze verbunden werden – nicht nur Verbindungen zwischen Vorträgen einzelner Sektionen herstellen ließen, sondern dass sich Bezugspunkte thematischer und methodischer Art auch zwischen den Sektionen finden ließen. Diese hinterließen am Ende einen sehr runden Gesamteindruck der Tagung.

Volker Hess eröffnete Sektion I mit einem Vortrag zu den „Bürotechniken der Berliner Nervenklinik im frühen 20. Jahrhundert“. Sein Vortrag stand inhaltlich in doppelter Hinsicht am Anfang der Tagung. Zum einen, weil er die Ursprünge des Tagungsgegenstandes beleuchtete: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das allgemeinen Landrechts der preußischen Staaten um eine „Blödsinnigkeits-Erklärung“ ergänzt, welche der Einlieferung eines Patienten ein juristisches Verfahren vorweg setzte, das auf die Entmündigung desselben zielte. Zwar waren Ärzte als Gutachter in diesen Prozess involviert, es war jedoch ein juristisches Urteil, das über die Einlieferung des Patienten entschied. Der Fragekatalog, der diesem Verfahren voraus ging, so Hess, enthielt bereits die wesentlichen Punkte des späteren medizinischen Aufnahmeverfahrens. Somit kann die juristische Praxis des beginnenden 19. Jahrhunderts als Mutter psychiatrischer Aufschreibesysteme gelesen werden. Dieser Umstand bedingt die zentrale These von Hess, die ebenso die einleitende Funktion des Vortrages erklärt. Denn sie unterstreicht die Relevanz des psychiatrischen Schreibens, Ordnens und Notierens und somit auch die Relevanz der Tagung. Ist zu einem so frühen Zeitpunkt, wie dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein gerichtliches Verfahren als Ausgangspunkt der psychiatrischen Akte zu nennen, dann steht diese Akte „am Anfang aller Psychiatrie“ (Hess).

Eine weitere Schnittstelle zwischen Recht und Psychiatrie wurde von Rupert Gaderer, einem Medienwissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum, aufgezeigt. In seinem Vortrag zu „Psychiatrie, Recht und Kulturtechniken des Schreibens um 1900“ (ebenso Sektion I) beschäftigte er sich mit der Querulanz, die, ebenso wie die Krankenakte, zunächst einmal juristischen Ursprungs war. Die Definition des Querulanten fand um 1800 Eingang in das allgemeine Landrecht der preußischen Staaten, um eine Figur zu beschreiben, deren unbegründetes und wiederholtes Klagen den Rechtsapparat zu lähmen drohte und, laut Gaderer, als Rauschen im juristischen Kommunikations-Kanal bezeichnet werden kann. Ein Jahrhundert später wurde der Querulant in der Beschreibung einer Diagnose in eine psychiatrische Kategorie umgewandelt. Es waren nun vor allem materielle und stilistische Auffälligkeiten, wie Unterstreichungen, fehlerhafte Rechtschreibung, Wortverdrehungen, die Menge an produzierten Schriften und jene Nachahmung des zeitgenössischen juristischen Stils, den Gaderer als mimetischen Parasitismus beschreibt, die den Querulanten ausmachten. Der Querulant kann folglich als Koproduktion zwischen (sich ausbildendem) Rechtssystem und (einer sich institutionalisierenden) Psychiatrie gedeutet werden.

Das Krankheitsbild der Querulanz spielte in zwei weiteren Vorträgen des Workshops eine – wenn auch nicht ganz so prominente Rolle. Die Grundlage der Ausführungen bildete in beiden Fällen dieselbe im Jahr 1908 an der Berliner Charité angelegte psychiatrische Krankenakte. Die Diagnose des Patienten changierte zwischen Querulanz und Pseudologica fantasica, dem pathologischen Lügen. Im ersten dieser Vorträge widmeten sich aus literaturwissenschaftlicher Perspektive Sophia Könemann und Sonja Mählmann ebenjener Akte. Im Zentrum ihres Beitrages mit dem Titel „Fliegende Blätter und Papierkrieg. Über Dynamiken psychiatrischer Aufschreibeverfahren“ (Sektion III) steht die sprachliche Analyse der Akte. Sie zeigt, dass bestimmte sprachliche Merkmale sich in Abhängigkeit von Kontext und Lesart – gleich einer literarischen Kippfigur, sowohl als Fabulation als auch als Querulanz auslegen ließen. Die Logik der jeweiligen pathologischen Aktivität trete, so die These, also erst durch ihr direktes Aufeinanderprallen hervor, wie in dieser Akte geschehen.

Sophie Ledebur, Historikerin am Institut für Geschichte der Medizin in Berlin, beschäftigte sich in ihrem Vortrag „Sehend schreiben, schreibend sehen“ (Sektion IV) mit der Akte desselben Patienten. Denn diese zeigt direkt und indirekt ein von Theodor Ziehen (1862-1950) eingeführtes Aufschreibesystem, das u.a. als medientechnische Innovation einen Stenographen am Krankenbett installierte um so eine theoretisch ungefilterte und vollständige Dokumentation zu ermöglichen. Die Forderung nach einer sich von der spekulativen Psychologie abgrenzenden „klinischen Beobachtung“ wurde zwar schon zu einem früheren Zeitpunkt von Karl Ludwig Kahlbaum (1828-99) formuliert. Die spätere Rezeption dieses methodologischen Neuansatzes durch Ziehen sollte jedoch hier im Mittelpunkt stehen. Indirekt zeigte sich die nach Ergebnisoffenheit strebende Dokumentation an einer protokollierenden Schreibweise (die Blätter der Krankenakte wurde gefalzt und nur zur Hälfte beschrieben, um spätere Anmerkungen zu ermöglichen), an der Wiedergabe der direkten Rede des Patienten und an einer durch den Stenographen ermöglichten quantitativen Steigerung des Beobachtungsregimes. Eine weitere Besonderheit dieser Akte ist der direkte Bezug des Patienten auf den am Bett sitzenden Stenographen, der durch Aussagen und Beobachtungen zur Methode („Ich sage gar nichts mehr!“ oder „Schreiben Sie: Der Arzt lacht.“) diese zu unterwandern versuchte, dadurch jedoch nur die Ausweglosigkeit des Systems zeigte.

Während der Querulant dem Psychiater per definitionem eine Fülle an Anschauungs- und Untersuchungsmaterial lieferte, so entzieht sich der Autist durch sein Schweigen dem Zugriff des Psychiaters beinahe vollkommen. (Dies könnte der Grund dafür sein, warum das auffällige Krankheitsbild des infantilen Autismus erst spät, im Jahr 1943, durch den amerikanischen Kinder- und Jugendpsychiater Leo Kanner beschrieben wurde.) Novina Göhlsdorf zeigte in ihrem Vortrag zu „Aufschreibeverfahren und –problemen“ in Sektion II präzise, wie sich diese Schwierigkeiten in der Beobachtung von Autisten in Leo Kanners Aufzeichnungen autistischer Kinder manifestierten. Auf der Grundlage von unveröffentlichten Dokumenten, die als Grundlage für die ersten Schriften zu kindlichem Autismus dienten, zeigte sie zum einen wie Kanner, quasi als „Sampler“, das Expertenwissen der Ärzte mit den Beschreibungen der Eltern kombinierte, die Aufzeichnungen in der Akte dabei zum Teil narrativierte oder denarrativierte. Stilistisch stellte sie andererseits fest, dass die Texte Kanners auffällige Analogien zu dem Objekt ihrer Beschreibung, also dem Verhalten der autistischen Kindern aufwiesen. Häufige Wiederholungen, große Selbstreferentialität, und eine objektivierende und mechanisch anmutende Schreibweise seien dabei bezeichnend.

Alle weiteren Vorträge seien an dieser Stelle nur in Kürze und in chronologischer Reihenfolge genannt:

Marian Kaiser setzte Emil Kraepelin und sein Zählkartensystem in Sektion I in den Kontext kolonialer Forschung auf Java und stellte den deutschen Psychiater somit als Begründer der Ethnopsychiatrie vor. Wolfgang Fuchs und Petra Rose (Sektion II), sprachen über die psychiatrische Kinderbeobachtungsstation (KBS) der Charité. Die Frage nach der Ursache auffälligen kindlichen Verhaltens – ob endogen oder exogen – konnte zwar nicht geklärt werden. Es entstand jedoch ein Dokumentationssystem, das zusätzlich zum ärztlichen Teil einen Bericht der Erzieherinnen und Heilpädagoginnen der Station enthielt. Ob der Komplexität des Untersuchungsgegenstandes war eine gleichberechtigte Kooperation unterschiedlichen Personals entstanden.

Auch die Basis von Max Gawlichs Vortrag begründete eine besondere Art des Aufschreibens: somatische Schock- und Krampftherapien bedurften einer neuen Art des Festhaltens der Therapieabläufe und -erfolge. Anna Urbach beschrieb, wie die „Fixierung des Fallens“, sprich, die Verschriftlichung des epileptischen Anfalls, seiner Plötzlichkeit wegen, einen vorgedruckten Notizblock im Kitteltaschenformat hervorbrachte. Schreibenden Ex-Patienten psychiatrischer Kliniken widmetet sich Tomke Hinrichs. Sie untersuchte den Einfluss, den die sogenannten „Irrenbroschüren“ auf die entstehende Irrenrechtsbewegung im Wilhelminischen Deutschland und merkte des weiteren an, dass allein die Existenz der Irrenbroschüren bezeuge, dass die Autorität der Psychiatrie noch wesentlich geringer war als die anderer medizinischer Disziplinen.

Zu guter Letzt ist noch der Vortag von Vincent Barras, dem Leiter des medizinhistorischen Instituts in Lausanne zu nennen. Er beschäftigte sich an einem Beispiel, dem der altersbedingten Halluzinationen, damit wie unterschiedliche Psychiater die generelle Schwierigkeit bei der Beschreibung von Halluzinationen umgegangen sind.

Der bereits beschriebene positive Gesamteindruck war bedingt durch die umsichtige Auswahl der Beiträge, jedoch auch durch die lebhaften Diskussionen, die jedem der Vorträge folgten. Im Gegensatz dazu, oder gerade deswegen, beschränkte sich die Abschlussdiskussion am Samstag Nachmittag auf ein organisatorisches Minimum hinsichtlich der geplanten Publikation. Der Tagungs-Sammelband mit sämtlichen Beiträgen soll zeitnah, möglichst schon im Herbst 2013, veröffentlicht werden.

Report on the Joint Conference of ISHN and Cheiron (Calgary, June 2011)

ISHN—International Society for the History of the Neurosciences, and

Cheiron—International Society for the History of the Behavioral and Social Sciences

Joint conference and workshop, Calgary and Banff, June 16-23.

This year, for the first time, ISHN and Cheiron held a joint meeting, in recognition of the research interests shared by members of both societies.  Among the aims of the joint meeting were to spark conversation on areas of shared concern, to encourage cross-fertilization among scholars of clinical psychiatry, psychoanalysis, and neurology, and to mark what many agree is the increasing neuroscientization of psychiatry.  Senior scholars as well as graduate students participated in what many agreed was a very successful experiment in disciplinary boundary-crossing; explorations of topics ranging from gender, race, brain and mind to emotions, neurophilosophy and neuroscience and art proved lively and provocative.  And, the setting—especially for the workshops in Banff—could not have been more stunning.

Here I’ll highlight several of the keynote lectures.  Bryan Kolb of the University of Lethbridge gave a fascinating insider’s account of the evolution of brain-behavior relationships from the 1960s to the present, emphasizing how the foundational work of Karl Lashley and his students limited the field’s ability to assimilate findings inconsistent with it, “misdirecting” researchers for years.  A related panel discussion worried the issue of the relationships among psychology, psychiatry, and the neurosciences—between mind and brain—and explored the tension between the optimism of neuroscientists with respect to the on-going revolution their specialty has sparked in conceptualizing behavior on the one hand and, on the other, the fact that little has changed in the treatment of mental diseases despite the promises of biological psychiatry.  Should the relationship between the fields be conceptualized as complementary, or should they be thought of as one and the same?  Many other panels probed this and related questions from a variety of perspectives—including the visual arts and music—throughout the conference.

Emily Martin of NYU took a fresh look at “introspection” before it was defined out of the experimental field, focusing in particular on the early anthropological field work of W. H. R. Rivers in the Torres Straits.  Rivers and his Cambridge colleagues conducted experiments with islanders as well as on themselves, assuming a malleability of mind that was, Martin argued, compelling to fellow Cantabridgian Ludwig Wittgenstein, a critic of experimental psychology.  Wittgenstein’s later work was not, Martin argued, politically conservative as much as it was deeply materialist, incorporating a familiarity with an evolving anthropological perspective.  In another keynote, Andrew Scull of UCSD gave a masterful overview of the relations between psychiatry and the social sciences in the postwar period in the United States, covering issues ranging from the founding of NIMH, to the rise and fall of psychoanalytic hegemony within psychiatry and its institutions, to the emergence of mental health economics.

A range of other panels offered biographical perspectives on major figures in psychiatry, the behavioral sciences, and neuroscience (Abraham Maslow, Robert Lindner, Hans Seyle); examined paradigmatic experiments and experimental settings; looked into state-sponsored programs of eugenics, especially in Canada;  explored ethics and therapies, across the disciplines; focused on treatments of brain injury and the evolution of neurological surgery; looked at  memory, emotions, empathy, mind and body; and considered how best to teach our students the multiple histories that fell under the capacious rubric of the conference.  Medical, neuroscience, nursing, psychology and history students presented their work on the last day of the conference workshops, the range of their interests and research testifying to the vitality of the fields the gathering brought together.

The conference program may be found here.

– E.L.

Conference Report – “Daniel Paul Schreber centenary – 200 years of Sonnenstein”

By Angela Woods

Daniel Paul Schreber centenary – 200 years of Sonnenstein: The Modern Experience and the Performance of Paranoia. A conference held at the Dresden Hygiene Museum and Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Pirna, April 13 – 15 2011. Conceived and organised by Gal Hertz and Anton Pluschke.

“I feel called by Schreber to deliver a message. I’m just not sure what that message is.” And so in his opening remarks Gal Hertz captured a feeling that I am sure would be recognised by all readers of Memoirs of My Nervous Illness.

Daniel Paul Schreber, the world’s most quoted psychotic patient, is a familiar figure to historians of psychiatry and so no doubt to readers of this blog.  In 1893, soon after his appointment to the high office of Senatspräsident in Dresden, Schreber was admitted to Paul Flechsig’s clinic in Leipzig with psychotic symptoms, and was subsequently transferred to the Sonnenstein Asylum in Pirna. Memoirs of My Nervous Illness is Schreber’s account of his eight year incarceration; written while he was still a patient at Sonnenstein, it was a key document in his legal appeal to be recognised as fit to manage his own affairs, and was published shortly after his release in 1902.

After five relatively happy years at home, Schreber suffered another severe breakdown and was again admitted to an asylum where he died on April 14 1911. In the same year, Freud published his “Psycho-Analytical Notes” on the Schreber case and a century of scholarship on this most compelling of texts began.

What is the origin, logic and meaning of Schreber’s crisis? And what message does it have for us today? Memoirs recounts in detail Schreber’s experiences of divine persecution, soul murder, physical and psychic torment and transformation; it is his appeal to be believed, to be judged by the finest thinkers, the finest scientists, doctors and theologians of the day. It has since become an intellectual Rorschach test giving rise to seemingly inexhaustible multi-disciplinary analysis. To write and speak of Schreber is to explore the connections between textuality, fantasy, eroticism, psychosis, sex and language; to study law, psychiatry, education, religion; and even to penetrate the psychic secrets of solipsism, panopticism, capitalism and fascism.

It would be impossible, therefore, to summarise the proceedings of what is, to my knowledge, the first international conference on Daniel Paul Schreber.  Confident that the papers presented over the three days will find their way into print, if they haven’t already, I would like instead to venture a view on what made this conference such a memorable occasion.

Multi-lingual and multi-disciplinary; esteemed, established and early-career; our potentially disparate group of scholars and artists was fortunate to be grounded by two intellectual anchors: Zvi Lothane and Eric Santner.

Lothane, whose magisterial command over the historical detail of Schreber’s life has made him, in Santner’s phrase, “the de facto dean of contemporary Schreber studies,” was generous in his archival authority and ensured that in our collective intellectual enthusiasms we never lost sight of Schreber’s suffering as well as his pleasures, fantasies and achievements. Santner, the author of an equally magisterial monograph on Memoirs (My Own Private Germany: Daniel Screber’s Secret History of Modernity, elements of which are expanded upon in his forthcoming book The Royal Remains), focussed our attention not on the documentary detail of Schreber’s life but rather on its revelation of “secret histories” – histories of modernity, of psychoanalysis, of Germany. The warmth, wit and genuine curiosity of Santner and of Lothane helped to create an atmosphere in which intellectual differences could be explored without a sense of harm being done. Considering that a majority of Schreber’s (mostly male) commentators report feelings of intense admiration towards, attachment to and identification with the author of Memoirs, such collegiality seems an even greater achievement.

A second achievement, and one of many inspired decisions on the part of the organisers Gal Hertz and Anton Pluschke, was the inclusion of two artist interventions. Richard Crow, sound artist and co-founder of The Institution of Rot, gave us a preview of his Radio Schreber, Soliloquies for Schziophonic voices premiering at London’s Freud Museum. Eschewing language and sound, performance artist Frauke Frech explored Schreber’s world through the body and delimitations of space. Boundaries, body-shaped boxes and balancing were central features of an abstract work which urged us to resist our impulses to interpretation and to (over)analysis, to be present in an embodied moment of exchange rather than seduced by textual and psychoanalytic puzzles.

Bodies, our own and those who have come before us, could not be forgotten throughout this conference. For many it was our first visit to the scene of Memoirs, our first chance to see the buildings in which Daniel Paul Schreber was locked, bellowing and writing, in his communion with God. But the Sonnenstein’s most celebrated inmate is barely a footnote in the institution’s two-hundred year history.

No comparison can be drawn between the sublime suffering of one individual – a man who, even in his madness, remained a member of Germany’s elite – and the horrors that would be perpetrated in that institution in the years to come:

“In 1940 and 1941 the National Socialists murdered 13,720 people, most of them mentally ill or retarded persons, in the former Pirna-Sonnenstein sanatorium, an institution that had been renowned for its humanist tradition. These people were killed in a gas chamber as part of the National Socialist programme of medical murders code named ‘Action T4’. Over a thousand prisoners from National Socialist concentration camps also died at this site in the summer of 1941.” Pirna-Sonnenstein Memorial web site.

 

In a newly refurbished museum space next door to a still-functioning psychiatric clinic academics and artists convened to discuss Memoirs of My Nervous Illness; in the basement three flights below we visited a remembrance room and what remains of the original gas chamber and crematorium. Boris Böhm, director of the Pirna-Sonnenstein Memorial Site, and his colleague Julius Scharnetzky, on both days took us through the memorial spaces, the museum, and the grounds of the Sonnenstein, unfolding its history.

“Daniel Paul Schreber centenary – 200 years of Sonnenstein” : what is the link between the memoirs of one man, and the lives and deaths of so many thousands? Throughout the formal sessions, breaks and meals our discussion ebbed and flowed, weighted by the undertow of this question. 14,751 memorial crosses trace a path from the river Elbe to the Sonnenstein; it is simple, direct, final, and, as a living memorial, must be tended to continuously to prevent it from disappearing at the hands of the weather. Memoirs of My Nervous Illness is a node in a network with no such clarity of causal connection, but to an extent this desire to remember, to continue to make meaning from a crisis, to continue to respond to its message, is something we were all, as participants in this singular event, able to share.

You find the program of the conference here.

Angela Woods is a member of the School of Medicine and Health at Durham University and a lecturer in Medical Humanities at the Center for Medical Humanities. Her book “The Sublime Object of Psychiatry: Schizophrenia in Clinical and Cultural Theory,” is forthcoming in 2011 with Oxford University Press.


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